MKR - ein neues Tangolabel

Wie hat es sich angehört, wenn in den 30er oder 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Tango aufgenommen wurde? Matthias Kroll widmet sich seit einigen Jahren dieser Frage. Dabei versucht er, sich in seinen Klangrestaurationen der ursprünglichen Aufnahme immer mehr anzunähern. Vor kurzem hat er ein eigenes Label gegründet. „Matthias Kroll Records“ oder kurz MKR wird exklusiv von Danza y Movimiento vertrieben. Lassen wir Matthias Kroll selber erzählen, wie er zu einem Tangorestaurator wurde:  

„Der Argentinische Tango hat einen unverwechselbaren Reiz und ist man ihm erst einmal erlegen, dann kann man sich meist nie wieder von ihm lösen. Wie viele, kam ich in den 90igern zum ersten mal mit ihm in Berührung als in Paris Gotan Project startete und Hybride wie Tanghetto in den Clubs gespielt wurden. Die freie Art nach dieser Musik zu tanzen hat meine Frau und mich fasziniert und wir mussten das unbedingt lernen. Nach einer längeren Pause stiegen wir dann wieder in das Milonga Geschehen ein und ich beschäftigte mich intensiver mit der Tangomusik der Vergangenheit. Ich begann nach alten Aufnahmen zu suchen und die Texte zu übersetzen. Wenn man erstmal in die Welt der 20iger/30iger und 40iger Jahre eingetaucht ist, dann gibt es so viele vergessene Tangos/Texte und Personen zu entdecken. Unser Tanzstil änderte sich recht schnell und wir tanzen eigentlich nur noch in enger Umarmung, bei der beide Partner die Musik gemeinsam wie eine untrennbare Einheit empfinden und vertanzen.

Mich hat schon immer die teilweise schlechte Qualität der Transfers gestört, die auf den Milongas gespielt wurden.

Ich beschäftigte mich immer mehr mit technischen Fragen, wie Aufnahmetechniken und Herstellung der Schellackplatte und später Vinylplatten. Ich wurde zu einem Sammler alter Scheiben. Leider wurden die meisten Originale der Plattenfirmen in den 60iger und 70iger Jahren in Argentinien zerstört und wir müssen heute auf teilweise stark in Mitleidenschaft gezogene Exemplare zurückgreifen.


Für meinen nahenden Lebensabend habe ich es mir zum Ziel gesetzt so viele alte Aufnahmen wie möglich digital zu überarbeiten und zu restaurieren. Die ist teilweise recht aufwändig und zeitintensiv. Zum Glück macht die Entwicklung der Software eine ständige Weiterentwicklung in rasanter Geschwindigkeit durch und ich bin guter Dinge, dass eines Tages eine KI die alten Tangos originalgetreu restaurieren kann. Bis dahin arbeite ich weiter und teile meine Ergebnisse mit ihnen.“

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Dienstag, 02. Juni 2020